Gesellschaft und Leben > VHS.Akademie Studium Generale, Schwerpunktthema: Vor 50 Jahren - Die 68er und ihre Folgen

VHS.Akademie Studium Generale, Schwerpunktthema: Vor 50 Jahren - Die 68er und ihre Folgen

Kursnummer 182-1201
Beginn Fr., 09.11.2018, 09:00 - 12:15 Uhr
Kursgebühr 48,00 €
Dauer 4 Termine
Max. Teilnehmer 20
Besondere Hinweise Neu Highlight

Dozentinnen und Dozenten setzen sich in ihrem Spezialgebiet mit dem Schwerpunktthema in folgenden Seminaren auseinander:

1. Seminar
HO CHI MINH UND FARAH DIBA
Die 68er und die Frauen
Anke Zander
Fachdozentin Frauenrechtsbewegung
Freitag, 9. November, 9-12.15 Uhr
Um die Mitte der 60er Jahre kommt es in der Gesellschaft der Bundesrepublik zu massiven Umbrüchen. Die erste Nachkriegsgeneration wird erwachsen und beginnt aufzubegehren. Der spießige Lebensstil ihrer Eltern ist den Jugendlichen zu eng geworden. Sie wollen neue Lebensformen und andere politische Richtungen ausprobieren. In den Großstädten kommt es zu Demonstrationen, die nicht selten in Straßenschlachten mit der Polizei enden. Studenten protestieren gegen den konservativen Führungsstil der Regierung, gegen die sexuelle Unterdrückung und gegen den Bündnispartner USA, der einen grausamen Krieg in Vietnam führt und das autoritäre Regime des Schahs im Iran unterstützt.
Und die Frauen? Zunächst kochen und putzen sie in den Kommunen, versorgen die Kinder und halten sich in den Versammlungen zurück. Nach und nach entwickeln sie aber ein neues Selbstbewusstsein. Mit einem Tomatenwurf bei einer studentischen Kundgebung beginnt die neue Frauenbewegung.
An diesem Vormittag machen wir eine Zeitreise in die Achtundsechziger. Bücher, Bilder, Musik und Filmausschnitte lassen die Zeit lebendig werden.

2. Seminar
DIE 68ER REVOLTE
Fluch oder Segen für die Pädagogik und Schulerziehung unserer Kinder?
Dr. Manfred Poppe
Leitender Regierungsschuldirektor a. D.
Freitag, 16. November, 9-12.15 Uhr
Die gesellschaftlichen Werteveränderungen stellten auch die traditionelle Erziehung auf den Prüfstand. Es entstanden Gegenmodelle zur klassischen Erziehung, die auf Autorität, verlässliche Werte, klare Zielvorgaben, Gehorsam und Pflicht setzten. Die "antiautoritäre Erziehung", die sich u.a. in den neugegründeten Kinderläden manifestierte, wurde als "freiheitliche Erziehung" gewertet.
Welche Folgeerscheinungen sind in der Pädagogik, bei den Erziehungswissenschaften aufgetreten? Für welche Bereiche sind die Ideen und Vorstellungen der damaligen Zeit noch heute bei pädagogisch-didaktischen Fragen prägend? Sind Erziehungsgedanken der 68-Zeit für heutige Erziehungsprobleme womöglich verantwortlich?

3. Seminar
VON DER KOMMUNE 1 ZU ALTERNATIVEN WOHNFORMEN
Wohnen und Leben in Gemeinschaft
Dr. Anja Szypulski
Fakultät Raumplanung, TU Dortmund
Freitag, 23. November, 9-12.15 Uhr
Die erste Kommune Deutschlands wurde 1967 von Studenten in Berlin als eine ganz neue Form des Zusammenlebens gegründet. Statt hierarchischer Familienstrukturen in einer spießigen Kleinfamilie sollte eine Lebensgemeinschaft entstehen, in der alle gleichberechtigt sind. Nach diesem Vorbild wurden viele weitere Kommunen gebildet. Ausgehend von der Kommunebewegung haben sich seit den 1960er Jahren neben Wohngemeinschaften auch erste gemeinschaftliche Wohnprojekte entwickelt. Die Pioniere der Wohnprojekte verfolgen einen dezidiert politischen und emanzipatorischen Ansatz: sie entwickeln ein Gegenmodell zur gesellschaftlich dominanten Modell der Kleinfamilie, problematisieren die Einbindung in kapitalistischen Zusammenhänge und die Ökonomisierung von immer mehr Lebensbereichen (z. B. in selbstverwalteten Hausbesetzungen). Seit den 1980er Jahren differenzieren sich die alternativen Wohnformen aus. Es entstanden Frauenwohnprojekte, mehr und mehr Projekte thematisieren ökologische Aspekte (z. B. Ökosiedlungen) und Projekte für ältere Menschen als Alternative zu dem als unzulänglich empfundenen Angebot von Wohnformen im Alter entwickelten sich.
Ausgehend von den Wohn- und Lebensvorstellungen der 68er Bewegung beschäftigen wir uns in dem Seminar mit der Entwicklung und Ausgestaltung gemeinschaftlicher Wohnformen in den letzten Jahrzehnten.

4. Seminar
DIE 68ER IN WESTFALEN
Prof. Dr. Thomas Großbölting
Historisches Seminar, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Freitag, 30. November, 9-12.15 Uhr
Was war "1968" los in Westfalen? Kommunen, "Gammler" mit Jeans und langen Haaren, Jugenddiskos und -parlamente, Popmusik und Matratzen, besetzte Häuser und Frauenzentren, Demonstrationen auf dem Prinzipalmarkt und Teach-Ins an den Universitäten in Bielefeld und Bochum. Westfalen war sicherlich nicht das Epizentrum der 68er. Die Bewegung aus den USA mit love and peace, Antivietnamaktionen, Black-Panther- oder Schwulen- und Lesben-Bewegung fand zunächst in Paris, London, Amsterdam und Prag ihren Widerhall, in Deutschland vor allem in München, Frankfurt und Berlin, doch schließlich war sie "überall". Hierzulande gab es vor allem Kritik am Bildungssystem und an der inneren Verfassung der Bundesrepublik. Der neue Umgang mit Autoritäten und die Veränderung der Alltagskultur, z.B. der Popmusik und Mode, der Kindererziehung und des politischen Bewusstseins sind bis heute präsent.
Und wie sah es hier vor Ort in Westfalen und auch im Sauerland / Menden aus? Alle sogenannten 68er sind herzlich eingeladen, von ihren eigenen Erfahrungen zu berichten und sich gemeinsam zu erinnern.
Der Dozent stellt in diesem Seminar die Entwicklungen sowie die zeitgenössische Kritik daran dar und fragt zugleich nach den Folgen des politischen und kulturellen Aufbruchs für die heutige Gesellschaft.




Kursort

Haus der VHS, Raum A 15

Untere Promenade 28
58706 Menden


Termine

Datum
09.11.2018
Uhrzeit
09:00 - 12:15 Uhr
Ort
Untere Promenade 28, Haus der VHS, Raum A 15
Datum
16.11.2018
Uhrzeit
09:00 - 12:15 Uhr
Ort
Untere Promenade 28, Haus der VHS, Raum A 15
Datum
23.11.2018
Uhrzeit
09:00 - 12:15 Uhr
Ort
Untere Promenade 28, Haus der VHS, Raum A 15
Datum
30.11.2018
Uhrzeit
09:00 - 12:15 Uhr
Ort
Untere Promenade 28, Haus der VHS, Raum A 15



Die 68erDie 68er © Foto: Uwe Dannenbaum © Foto: Uwe Dannenbaum