Eine Liebe fürs Leben

„Echte Liebe“ dominiert den Fußball, Wa(h)re Liebe 10 Jahre lang das Fernsehprogramm eines Privatsenders und „Eine Liebe fürs Leben“ das neue VHS-Programm. Fern ab von „sex sells“ möchten wir mit diesem Thema den Blick auf die meist, doch leider nicht immer, schönste Seite des Lebens lenken. Die Liebe als romantisch idealistisches Bild der Grundlage von Beziehung – und manchmal auch als real existierende. Die Liebe als Ausdruck gesellschaftlicher Wandlungsprozesse. Die Liebe als Sehnsucht nach Geborgenheit und Heimat.

Eine Liebe fürs Leben ist für viele unserer Teilnehmenden auch die VHS. Keine Seltenheit ist diese enge Verbundenheit mit uns, die teilweise über 40 Jahre andauert. Nicht umsonst feiert die VHS im Jahr 2019 ihren 100-jähriges Jubiläum. Denn das Jahr 1919 setzt den Grundstein für die Entwicklung der Weiterbildung in öffentlicher Verantwortung, die seither konstituierend ist für Volkshochschulen: Artikel 148 der Weimarer Verfassung forderte alle staatlichen Ebenen dazu auf, das Volksbildungswesen einschließlich der Volkshochschulen zu fördern. Die Weiterbildung erhielt damit erstmals Verfassungsrang und wurde zum integralen Bestandteil des öffentlichen Bildungssystems. Dies löst deutschlandweit eine Welle von Volkshochschulgründungen aus. In keinem anderen Jahr der deutschen Geschichte wurden so viele Volkshochschulen gegründet.

Diese Entwicklung als Grundlage unserer Arbeit, haben wir bei unseren Planungen wieder viele Veranstaltungen auf das Schwerpunktthema hin organisiert und manchen Veranstaltungstitel passend gebogen. Insgesamt erwartet Sie nun eine vielfältige Sicht auf das Thema der Liebe fürs Leben. Und da gilt es besonders hinzuweisen auf den einen oder anderen Wissensleckerbissen: Mit der Liebe und Homosexualität beschäftigt sich ein literarisch-musikalischer Abend zum Thema „Amour bleu“ im Alten Rathaus. Anlässlich des 50sten Jahrestages des Christopher-Street-Days lesen Volker Fleige und Klaus Ullrich mit musikalischer Unterstützung von Paul Kissmer Werke von Früher bis Heute, die einen mitunter auch vergnüglichen und bizarren Blick auf die gesellschaftliche Realität und die literarische Verarbeitung der Homosexualität der Generationen vor uns werfen.

Das „Studium Generale“ beschäftigt sich ebenfalls mit der Liebe und deren Begleitumständen mit einem wissenschaftsorientierten Blick: Sexualitätsforschung und Literatur kommen ebenso zum Zuge, wie die Beschäftigung mit fußballerischer Besessenheit.

Die Liebe steht auch in unserem Kurs der Philosophie am Sonntag im Mittelpunkt und dass Liebe nicht Alles ist, erfahren Sie im Seminar „Single trifft Single“. Mit juristischen Fragen beschäftigt sich ein Seminar im Bereich der Eheschließung einschließlich der eingetragenen Lebenspartnerschaften. Die Liebe zur Heimat lässt sich auf einer Veranstaltung mit dem ADFC erradeln. Wie man die Liebe fürs Lebens wieder loswird? Auch diese Frage beantworten wir Ihnen gerne in unserem kriminellen Kochkurs „Liebe, Tod und Tofu“. Wir wünschen bereits an dieser Stelle einen guten Appetit.

Die Liebe muss jedoch nicht immer nur zwischenmenschlich sein. Die Liebe zur Literatur oder anderen Hobbies ist vielleicht nicht so tiefgehend, aber zumindest ebenso beständig. Da trifft es sich gut, dass das BAUHAUS das 100-jährige Jubiläum feiert. Natürlich feiern auch wir mit und so haben Sie die Gelegenheit, in zwei Veranstaltungen die Kunstgeschichte und die Farbenlehre kennenzulernen. Und es sei bereits ein Blick auf den Herbst erlaubt: Wir haben für Sie eine Reise in den Schoß der BAUHAUS-Architektur und des Designs nach Weimar und Dessau organisiert. Bereits in diesem Semester können Sie sich für die Reise anmelden.

Den Rest des Programms lassen wir gerne Ihnen zum Blättern übrig. Viel Vergnügen dabei wünscht auch im Namen aller Kolleginnen und Kollegen

Ihr

Achim Puhl

VHS-Leiter